Der «GEO–Tag der Natur» als Umweltbildungsangebot im Regionalen Naturpark Schaffhausen



Das eingängige und im Grunde einfache Konzept hinter dem «GEO-Tag der Natur» wird mittlerweile in vielen Ländern von Naturschutzorganisationen, Vereinen, Hochschulen und Natur- und Nationalparks adaptiert und durchgeführt. Im Regionalen Naturpark Schaffhausen, welcher sich über 13 Gemeinde im Nordosten der Schweiz und über zwei deutsche Gemeinden erstreckt, stiess die Idee ebenfalls auf Interesse. In Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, ZHAW in Wädenswil (ZH) wurde dazu im Frühlingssemester 2020 eine Semesterarbeit durchgeführt, welche die Idee des «GEO–Tag der Natur» in ein Umweltbildungskonzept überführen soll. Das erstellte Konzept macht Aussagen zu Wirkungs- und Bildungszielen, didaktischen Prinzipien und Zielgruppenanalyse im Einklang mit dem übergeordneten Rahmenbildungskonzept des Regionalen Naturparks Schaffhausen.

Als Grundlage für das Erstellen des Umweltbildungskonzeptes diente eine vertiefe Literatur- und Internetrecherche zusammen mit einem Interview eines Mitglieds eines Organisationskomitees, welches einen vergleichbaren Aktionstag durchgeführt hat. Durch diese Recherche wurde die Ausgangslage für das Konzept und das Ziel, welches der «GEO–Tag der Natur» verfolgt, ausformuliert. Dieses Ziel, «Der «GEO–Tag der Natur» soll das Bewusstsein der Menschen für die einheimische Flora und Fauna steigern und diese sichtbar und greifbar machen», wurde anschliessend mit passenden Wirkungszielen, welche der Regionale Naturpark Schaffhausen in seinem übergeordneten Rahmenbildungskonzept ausweist, verknüpft. Die beiden Wirkungsziele «den Park und dessen Potenziale bekannter machen» und «Handlungsbereitschaft für den Natur- und Landschaftsschutz zu schaffen» wurden dabei als passende Wirkungsziele eruiert. Ausgehend von diesen allgemeinen und übergeordneten Wirkungszielen wurden für das Angebot «GEO–Tag der Natur im Regionalen Naturpark Schaffhausen» Bildungsziele verfasst. Diese sollen eine direkte Veränderung im Verhalten, im Wissen und in der Motivation der Teilnehmenden erreichen. Die definierten Ziele sollten sich also nicht nur auf reine Wissensvermittlung beschränken, sondern im Sinne der Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) die Teilnehmenden zu Handlungen anregen.

Das Durchführen einer detaillierten Zielgruppenanalyse gehörte ebenfalls zu einem wichtigen Bestandteil der Konzeptarbeit. Durch das genaue Beschreiben der potenziellen Zielgruppen und dem Ableiten ihrer Bedürfnisse können bereits didaktische Konsequenzen erfasst und festgehalten werden. Im Fall des «Tag der Biodiversität” im Regionalen Naturpark war dies unter anderem die Konsequenz, dass das Angebot bereits am Freitagmittag startet. Damit sollte erreicht werden, dass auch Schulen abgeholt werden und am Aktionstag teilnehmen kann.

Aufbauend auf den zuvor erstellten Bildungszielen, welche bspw. fordern, dass die Teilnehmenden in der Lage sind, sich eine eigene Meinung zur Artenvielfalt und ihrer Bedeutung zu bilden, wurden Kompetenzen formuliert. Dabei wurde zwischen den Fach-, Methoden-, Selbst- und Sozial-Kompetenzen unterschieden. Diese Kompetenzen wurden zusammen mit den nötigen Ressourcen und Performanzen, welche aus den Kompetenzen abgeleitet wurden, in einem Raster (Abbildung 1) gesammelt und dienten zusammen mit den didaktischen Prinzipien dem Verfassen von Grobzielen und dem Bestimmen von ersten Ideen für die Inhalte und Lernarrangements.

Abbildung 1: Sammlung von Ressourcen, Kompetenzen und Performanzen zum Umweltbildungsangebot im Kompetenzmodell, nach Le Boterf

Handelndes Lernen, Erlebnisorientierung und Wissenstransfer mit Lebensweltbezug, sind die didaktischen Prinzipien, also die Prinzipien, wie im Angebot gelernt werden soll. Die Auswahl dieser drei Prinzipien stützt sich auf das Handbuch «Rahmenkonzept Bildung für Pärke und Naturzentren» (BAFU, 2013), welches das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlich hat.

Zusammen mit dem Bestimmen und Sammeln von ersten Inhalten und Lernarrangements erfolgt auch die Sequenzierung des Angebotes (Abbildung 2). Dabei wird festgelegt nach welchem Rhythmus und welcher Struktur die einzelnen Angebote am Aktionstag selbst angeboten und durchgeführt werden.

Abbildung 2: Mögliche Sequenzierung des Aktionstages

Aktuell laufen im Naturpark Schaffhausen die Vorbereitungen, um den «GEO–Tag der Natur» gemäss dem Umweltbildungskonzept umzusetzen. Um möglichst viele unterschiedliche Angebote am Tag anbieten zu können und auch vom vorhandene Wissen zu profitieren, werden Naturschutzorganisationen aus dem Perimeter des Naturparks als Kooperationsbeteiligte gesucht, so dass alle interessierten Besuchenden voraussichtlich vom 28. – 29. Mai 2021 einen handlungs- und erlebnisorientierten ersten «GEO–Tag der Natur» im Regionalen Naturpark Schaffhausen besuchen können.

Text und Abbildungen: Nik Moser – studiert an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil Umweltingenieurwesen, mit der Vertiefung Umweltsysteme und nachhaltige Entwicklung.