Rückblick II auf den GEO-Tag 2019: Der Schatz der Elbinsel

Ein Hamburger Insektenforscher ist mit Laien ausgeschwärmt, um die Artenvielfalt auf Neßsand zu entdecken: Sie machten wertvolle Funde.

 

Die Elbinsel Neßsand ist eine Oase, die normalerweise niemand betreten darf. Nur ein Naturschutzwart, ab und zu ein paar Biologen – und die Teilnehmer am GEO-Tag der Natur.

 

Auf der Insel, die Naturschutzgebiet ist, erwartet Martin Husemann Interessierte. Der Forscher leitet am Centrum für Naturkunde (CeNak) an der Universität Hamburg die Abteilung für Insekten. Auf einem Trampelpfad geht es durch hohes Gras. Unterwegs fängt Husemann Insekten mit einem Kescher, auch die Teilnehmer sammeln eifrig.

 

Geübt inspiziert er die Beute: eine Goldschrecke, Zikaden, Wanzen. Hin und wieder steckt Husemann ein Exemplar in ein Röhrchen: Die meisten Insektenarten kann er erst im Labor exakt bestimmen und katalogisieren. So lässt sich nachvollziehen, wie sich die Artenvielfalt verändert.

 

Husemann hält Ausschau nach Wildbienen: „Es gibt in Deutschland rund 580 Arten“, erklärt er. „Aber viele von ihnen sind heute sehr stark gefährdet.“ Um einschätzen zu können, welche in Hamburg bedroht sind, erstellt die Deutsche Wildtier Stiftung zusammen mit Wissenschaftlern derzeit eine Rote
Liste der Wildbienen und Wespen.

 

Dazu soll auch die kleine Expedition nach Neßsand beitragen. Martin Husemann führt die Gruppe zu einer Stelle, an der Spargel wild wächst. Plötzlich summt eine seltene Schönheit heran: vermutlich eine Spargelbiene, sagt er und steckt sie in sein Alkoholröhrchen.

 

Wie sich später erweist, ist es eine Furchenbiene. Die genaue Identität soll eine Genanalyse zeigen. Wahrscheinlich keine Sensation also – aber für Martin Husemann trotzdem ein erfreulicher Fund: Auch diese Wildbienen fühlen sich auf Neßsand unweit der Großstadt also noch wohl.

 

Die Insel bietet vielen Insektenarten einen Rückzugsort. Auch die im Laufe des GEO-Tags aufgestellten Insektenfallen belegen: Dem geschützten Biotop geht es gut. Ein wichtiges Ergebnis, das die Wissenschaftler den Hamburger Behörden melden. Ein Baustein mehr im Naturschutz der Elbmetropole.

 

Text: Petra Nickisch-Kohnke, erschienen in GOE 9/2019
Foto: (c) BUND / CeNak

Mehr über die Exkursion können Sie seit dem 13. September 2019 in der dritten Ausgabe von „Wohllebens Welt“ lesen, dem Naturmagazin von GEO und Peter Wohlleben.