Birdrace 2019: Viele Schwalben und doch kein Sommer

Das alljährliche „Warm-up“ für den GEO-Tag der Natur lief auch in diesem Jahr wieder sehr erfolgreich. Insgesamt 347 Teams – mehr als je zuvor – starteten am 4. Mai 2019 zum Birdrace, bei dem alljährlich zwei- bis fünfköpfige Teams versuchen, innerhalb eines Tages so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören.

 

Bei viel Wind, Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt bis maximal 13 Grad und teilweise im Schneetreiben wählte dennoch mehr als die Hälfte aller Teams die umweltfreundliche Variante und war zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs – meist aber sicherlich mit Mütze und Handschuhen ausgerüstet. Mehr als ein Drittel der durchschnittlich 36 Jahre alten Birdracer waren übrigens Frauen – ein Aufwärtstrend, der gerne anhalten darf.

 

Die über 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer rannten jedoch nicht nur den Vögeln hinterher, sie sammelten gleichzeitig auch noch mehr als 40.000 Euro für den Unterhalt und die Weiterentwicklung von ornitho.de, dem Internetportal zur Meldung von Vogelbeobachtungen in Deutschland.

 

Alle Teams zusammen entdeckten insgesamt 302 verschiedene Vogelarten von Alexandersittich bis Zwergtaucher, wovon das Siegerteam im Bereich der Nordseeküste bei Cuxhaven allein 167 Arten fand. Herausragend sind immer Entdeckungen nur sehr selten in Deutschland zu beobachtender Arten. Das waren in diesem Jahr z.B. Gelbschnabeltaucher, Kuhreiher und die vom östlichen Mittelmeer stammende Balkan-Bartgrasmücke.

 

Doch mindestens genauso in Erinnerung bleibt vielleicht, wie ungewöhnlich schwer so manche Art in diesem Jahr zu entdecken war. Für den Neuntöter war das Birdrace am 4. Mai etwas früh – er kommt dann gerade erst aus dem Winterquartier zurück und wurde von gerade einmal 6 % aller Teams gefunden. Bei den Nicht-Zugvögeln kann das Birdrace-Ergebnis aber nicht mit einer späteren Ankunft zusammenhängen.

 

Wo waren also z.B. die Haubenmeisen, die nur 34% der Teams auf die Liste schreiben konnten? Man kann wohl davon ausgehen, dass sie mit der Witterung nicht einverstanden waren und sich deshalb wenig bemerkbar machten. Weniger als 70 % der Teams konnten einen Kiebitz finden, Feldlerchen entdeckten nur noch 80 % – beides die mit deutlichem Abstand geringsten Werte beim Birdrace. Bei diesen Arten lässt sich das nicht alleine auf das miese Wetter schieben. Erschreckend gut spiegelt so manches Birdrace-Ergebnis daher wohl auch Bestandstrends wider und am „Tag der Vogelartenvielfalt“ werden Veränderungen in der Natur besonders deutlich.

 

Fast die Hälfte aller Teams knackte beim Birdrace 2019 die magische Marke von 100 Vogelarten – immer wieder beeindruckend zu sehen, wie viele Arten sich doch bei genauerer Betrachtung der eigenen Umgebung finden lassen. Sie sollten sich den 2. Mai 2020, den Termin für das nächste Birdrace, daher am besten direkt im Kalender eintragen und die Vogelwelt vor der eigenen Haustür an diesem Tag einmal ganz genau unter die Lupe nehmen!

 

Weitere Informationen rund um das Birdrace, die Ergebnisse 2019 im Detail sowie zahlreiche spannende Statistiken finden Sie unter birdrace.dda-web.de

 

Viele Stunden lang die Natur genau zu betrachten und dabei die verschiedenen Arten und ihre Lebensräume kennenzulernen – was am 4. Mai das Birdrace war, ist am 15. und 16. Juni 2019 der GEO-Tag der Natur. Am besten melden Sie sich direkt für eine der vielen Veranstaltungen an!  Zu den Veranstaltungen