GEO-Tag der Natur 2017 zieht positive Veranstaltungsbilanz

Über 800 Arten haben rund 70 Experten am GEO-Tag der Natur auf dem Gelände des UNESCO Welterbes Zollverein in Essen nachgewiesen und damit die Zahl der dort bekannten Arten um über 80 vergrößert.

 

Mehr als 600 Besucher nahmen am vielfältigen Programm der zentralen Aktion des GEO-Tags in Essen teil. Außerdem fanden am 17. und 18. Juni auch in Hamburg und deutschlandweit rund 500 weitere Feldforschungsaktionen zum Schwerpunktthema „Wie grün sind unsere Städte?“ statt.

 

Forscher und Interessierte schwärmten aus, um festzustellen, welche Tier- und Pflanzenarten in Metropolen, Städten und Gemeinden leben und wachsen.

 

Auf dem Zollverein-Gelände führten Zoologen und Botaniker, darunter auch die Kinder und Jugendlichen des NABU-Jugendforschercamps, eine 24-Stunden-Inventur der Natur durch. Für eine Überraschung sorgte die Entdeckung der Schmalblättrigen Miere (Minuartia hybrida): Die Art galt im Ballungsraum Ruhrgebiet als ausgestorben und ist auf der Roten Liste Nordrhein-Westfalen in mehreren Regionen als stark gefährdet eingestuft.

 

Ein weiterer Neufund für Zollverein ist die Hirschzunge (Asplenium scoloplendrium) sowie eine noch unbeschriebene Brombeerart, die den Namen Rubus zollvereinensis tragen wird. Am Borbecker Mühlenbach, dem zweiten Untersuchungsgebiet des GEO-Tags der Natur in Essen, gab es ebenfalls eine Überraschung. Hier wurde die Blauflügelige Prachtlibelle (Calopteryx virgo) entdeckt – eine für das Ruhrgebiet sehr seltene Art.

 

„Wir haben auf interessante Funde gehofft, aber mit diesem Ergebnis haben wir nicht gerechnet. Das ist ein gutes Zeichen für die Artenvielfalt auf Zollverein und stellvertretend für andere Industriebrachen des Ruhrgebiets“, sagte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen.

 

„Der GEO-Tag der Natur dient dazu, gemeinsam Spaß an der Natur zu haben und die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür kennenzulernen. Unsere Städte werden immer wichtiger für den Erhalt zahlreicher Arten – darauf wollten wir in diesem Jahr besonders aufmerksam machen“, sagte Christoph Kucklick, GEO-Chefredakteur.

 

Hauptförderer des GEO-Tags der Natur 2017 ist die Heinz Sielmann Stiftung. Zu Ehren des 100. Geburtstages ihres Gründers Heinz Sielmann präsentiert die Stiftung HSS seit 2. Juni bis zum 5. November 2017 gemeinsam mit dem Museum für Naturkunde Berlin die Ausstellung SIELMANN!

 

Die Hauptveranstaltung auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein wurde in diesem Jahr maßgeblich von der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege gefördert.

 

Weitere Projektpartner waren neben der RAG Montan Immobilien GmbH die Stiftung Zollverein, das Ruhr Museum, die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet sowie die Emschergenossenschaft. Der GEO-Tag der Natur fand im Rahmen der „Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017“ statt und wurde von der Stadt Essen als offizielles Projekt gefördert. Zudem hat die Sparkasse Essen den GEO-Tag der Natur unterstützt.